Figures of Silence

Retrospektive der Arbeiten des russischen Aktivisten Pjotr Pawlenski

 

27. November bis 5. Dezember in Hamburg

Kampnagel, Vorhalle


Die Retrospektive, in der Videos der Aktionen, Bilder, Dokumente, sowie Reaktionen von Medien und Justiz zu sehen sein werden, zeigt ein gespaltenes Land, in dem sich die zunehmend regierungskonformen Institutionen und eine kritische Minderheit unversöhnlich gegenüberstehen. Die Arbeiten stellen grundsätzliche Fragen zum Verhältnis von Macht, Unterdrückung und Widerstand, zu Propaganda und der Wirkmächtigkeit von Bildern. Und sie sprechen sich für eine Vorstellung von Freiheit aus, in der diese nicht als Wert an sich, sondern nur als Aktion in einem Kontext existiert.

Die Bilder von Pawlenskis Aktionen gingen um die Welt: Er nähte sich den Mund zu, nagelte sich nackt am Hodensack auf den Roten Platz und schnitt sich auf der Mauer des Moskauer Serbski-Instituts ein Ohrläppchen ab. In Hamburg wird nun die weltweit erste Retrospektive von Pawlenskis Arbeiten gezeigt.

© Alexander Savatyugin
 
© Maxim Zmeyev
 
© Maxim Zmeyev
 
Drastisch und lang geplant sind die Performances, radikal einfach ihr Aufbau. Die Reaktionen der russischen Gerichte, Medien und Öffentlichkeit sind maximal vehement – und als Antworten der Autorität Teil von Pawlenskis Kunst. Es entspinnt sich ein Dialog zwischen künstlerischer Aktion und den Institutionen der Macht. Anders als viele Künstler in Russland, die von den politischen Entwicklungen im Land und den zunehmenden Repressionen wie überrumpelt wirken, bleibt Pawlenski Akteur. Er zwingt Justiz und Polizei zu Reaktionen, die nicht in die üblichen Schemata passen.