Profil

NORDWIND wurde 2006 von Ricarda Ciontos gegründet und ist seitdem kontinuierlich als Plattform und Festival gewachsen. Anfänglich widmete es sich nur der Präsentation der nordischen Länder, inzwischen fungiert das Festival jedoch mehr als Plattform für die Begegnung nordischer und internationaler Künstler*innen.

Die Nordwind Ausgabe von 2017 setzte sich mit Fragen nach der Einheit, Brüchigkeit und Vielheit von Identitätskonstruktionen auseinander. Unter dem Titel „Songs of a melting iceberg – Displaced without moving“ wurden ab Herbst 2017 im Rahmen von Performances, Konzerten, Ausstellungen und einem Diskussionsprogramm in Berlin und Hamburg Künstler*innen zu Begriffen wie Nationalitäten, Kulturen und Identitäten kritische Positionen entwickeln. Erstmals wurden im Rahmen von ‚Songs of a melting iceberg – Displaced without moving‘ Künstler*innen und Wissenschaftler*innen aus der Arktis, dem Norden, dem afrikanischen Raum, Berlin und Hamburg eingeladen, um gemeinsam künstlerisch zu arbeiten und so einen Ort der Hybridität zu schaffen, in dem sie sich von Stereotypen und Zuschreibungen abgrenzen und ihre eigenen Sicht- und künstlerischen Arbeitsweisen formulieren und austauschen konnten. Zusammen mit Ihnen wurde versucht im Rahmen des Nordwind nach einem sich verändernden Identitäts- und Kulturgefüge zu fragen und einen offenen Ort der Gemeinschaft und Interaktion für Künstler*innen und Zuschauer*innen zu schaffen.

A Madame Nielsen Evening war ein Abend rund um die Ausnahme Künstler*in Performer*in Autor*in und Musiker*in Madame Nielsen. Nielsen importierte die Demokratie in den Iran wurde begraben und lebte ohne Papiere auf den Straßen von Kopenhagen, war Teil der berühmten Wooster Group um den Schauspieler William Dafoe, hat ihre eigene Band „ The Nielsen Sisters“ und schrieb  2013 den von Presse und Publikum enthusiastisch aufgenommenen Roman „Der endlose Sommer“. Am 16/17.11.2018  verwandelte sich das Literaturhaus Berlin in ein Nielsen Universum mit Performances, Lesungen, Diskurs, Ausstellung, Installationen und einem late night Konzert der Nielsen Sisters. Ein Projekt von NORDWIND in Kooperation mit dem Literaturhaus Berlin, welches den nächstjährigen Fokus 2019 auf weibliche Stimmen in der Kunst, Gender Definitionen und Transgressionsfragen einläutete.

Am 8.2.2019 präsentierte NORDWIND in Kooperation mit TIFF ( Tromso International Film Festival) und Babylon BerlinOfelas/The Pathfinder“ Nils Gaups intensives, oscarnominiertes Abenteuer Drama OFELAS/DER FÄHRTENFINDER -der erste samischen Langspielfilm – begleitet von einem Ensemble hochkarätiger junger  Musiker*Innen,  folgt  Aigin einem jungen Sami Jäger dessen Familie von den Chuden massakriert wurde. Aigin schwört Rache. Das Projekt wurde bereits im Rahmen von „Songs of a melting iceberg -displaced without moving“ im Dezember 2017 auf Kampnagel gezeigt. 

2019 widmet sich NORDWIND unter der Überschrift „Exploring Blankness“ der vierten Welle des Feminismus und der kritischen Re-lektüre der feministischen Bewegung der letzten Jahrzehnte. Ein erstes Projekt hierzu wird nach der erfolgreichen Kooperation mit dem Literaturhaus Berlin für A Nielsen Evening  im Oktober/November 2019 das mehrteilige Projekt „Women in Battle-Rebellische Frauen“ sein, welches Autor*innen und Performer*innen aus Deutschland und Norwegen präsentiert, deren Arbeiten von großer Relevanz im aktuellen genderkritischen Diskurs sind. Am 25. Oktober 2019 findet der Auftakt der Veranstaltungsreihe im Literaturhaus Berlin mit fxtrouble, Sofia N. Srour und Nancy Herz, Ingvild Lothe und Marta Breen statt. Am 7. November 2019  wird die Reihe mit der Veranstaltung  „Flügel in Flammen“, einem Abend zur norwegischen Schriftstellerin Dagny Juel mit Anne Tismer und Lars Brandt, fortgesetzt. Vom 5-15. Dezember 2019 wird zum Abschluss des Jahres die neue Ausgabe des NORDWIND Festivals auf Kampnagel Hamburg stattfinden.

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