Projekte

In unzähligen Bearbeitungen liegt der antike Stoff um die (un)sterbliche Liebe zwischen Orpheus und Eurydike vor. Das ist kaum verwunderlich, sind es doch die elementaren Motive des Menschlichen, die hier verhandelt werden: die Liebe, die Kunst und der Tod. Der populäre Mythos selbst leitet sich aus der noch älteren Erzählung um Demeter ab, die ihre Tochter Persephone an Hades und die Unterwelt verlor. Ihr zu Ehren wurden im antiken Griechenland mehrtägige Mysterien gefeiert, durch die Tänze und gemeinsames Musizieren, Gesang, Schreie und Klagen zu zentralen Bestandteilen der rituellen Suche nach Persephone wurden.

In fünf Zyklen des ewigen Werdens und Vergehens und in einer Verschränkung antiker und indoeuropäischer Sagen sowie zeitgenössischer Stoffe interpretiert die isländische Universalkünstlerin Erna Ómarsdóttir den Orpheus-Mythos neu. Mit einem gemischten Ensemble aus Schauspieler_innen des Theater Freiburg und Tänzer_innen der Iceland Dance Company untersucht sie die Metamorphosen und die reproduktiven Kräfte von Kultur und Kunst, die im Laufe der Zeit aus Mutter Erde einen berühmten Leierspieler und aus ihrem Spross seine tragische Braut gemacht haben, die ihrem Mann stumm und auf leisen Sohlen folgt.

Erna Ómarsdóttir befragt in ihrem neuen Borderline-Musical die Dualismen von Leben und Tod, Verstand und Gefühl, künstlerischem Schaffen und Stille, Mann und Frau… – Wer hat das Goldene Vlies? Woher kommen die Schlangen? Und will Eurydike eigentlich zurück in die (Ober-)Welt?

Eine Produktion konzipiert von Erna Ómarsdóttir, Gabríela Friðriksdóttir und Bjarni Jónsson. Kreiert von Erna Ómarsdóttir, Gabríela Friðriksdóttir, Bjarni Jónsson, Valdimar Jóhansson und dem ganzen Ensemble.

Das Rahmenprogramm bildet am 18.12. ein Gespräch unter dem Titel „Sound of Silence- die stumme Eurydike“ mit Wiebke Hüster, Mateja Meded, Klaus Theweleit und Erna Omarsdottir sowie ein Konzert am 19.12. mit Olöf Arnalds und Skuli Sverrirsson.

Termine:

17. – 19. 12. 2021 Theater Freiburg, Freiburg

18.12. 2021 “Sound of Silence- die stumme Eurydike” mit Wiebke Hüster, Mateja Meded, Klaus Theweleit und Erna Omarsdottir

19.12. 2021 “An Evening of Songs”, mit Ólöf Arnalds & Skuli Sverrirsson

27. – 29.01. 2022 Kampnagel / NORDWIND-Plattform, Hamburg

27.01. 2022 “An Evening of Songs”, mit Ólöf Arnalds & Skuli Sverrirsson

Produktion:

Erna Ómarsdóttir – Regie und Choreografie 

Gabríela Friðriksdóttir – Ausstattung und Kostüme

Bjarni Jónsson – Text und Übersetzung

Valdimar Jóhansson, Skúli Sverrisson – Komposition und Arrangements

Valdimar Jóhansson – Videodesign

Tamina Theiß  – Dramaturgie

Dorothee Hoff – Licht

Ricarda Ciontos – Projektkoordination & Rahmenprogramm

Johann Diel  – Produktionsleitung

Regieassistenz und Abendspielleitung – Camilla Dania

Intendant  – Peter Carp

Tänzer*innen & Schauspieler*innen:

Felix Urbina Alejandre

Una Björg Bjarnadóttir

Thieß Brammer

Victor Calero

Janna Horstmann

Henry Meyer

Stefanie Mrachacz

Ho-Ching Charmene Pang

Saga Sigurðardóttir

Orpheus und Eurydike ist eine Koproduktion des Theater Freiburg und der Iceland Dance Company mit dem NORDWIND Festival und Kampnagel Hamburg.

Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes

Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien

Gefördert durch den Innovationsfonds Kunst des Landes Baden-Württemberg

Präsentation am 01.10.2021 im Studio Ramberg Berlin

 

Mit Unterstützung des Ministeriums der Finanzen und für Europa des Landes Brandenburg und der Königlich Norwegischen Botschaft in Berlin hat NORDWIND zu Beginn des Jahres gemeinsam mit dem Künstler Lars Ø Ramberg ein Kooperationsprojekt in der Lausitz angestoßen.Im Dialog mit Ortsansässigen & Expert*innen in und aus der Lausitz arbeitete Studio Ramberg in den letzten Monaten intensiv mit Recherche, erstellte ein sogenanntes Mapping und entwickelte Kernideen für einen ersten Skizzenentwurf. Die Präsentation dieses Vorprojekts und der anschließende Dialog findet am 1. Oktober 2021 im Studio Ramberg statt.

12.-18.10.2020, Digitale Präsentation

Die virtuelle Performance Women in Battle#3 widmet sich nach den ersten beiden Abenden im Literaturhaus Berlin erneut starken weiblichen Stimmen in Musik und Literatur und fokussiert auf Vertreter_innen des letzt bzw diesjährigen Gastlandes der Frankfurter Buchmesse und ist Teil von Kanadas Kulturprogramm als Ehrengast 2020/2021 mit herausragenden Protagonistinnen wie z.b. Synnove Persen , Jeannine Masika Lukusa, Cris Derksen oder Canisia Lubrin. Der Abend stellt Arbeiten ganz unterschiedlicher Stilrichtungen vor und verbindet diese in einem Gesamtwerk in dem  vier Sprachen zu hören sein werden, Sami, Norwegisch, Englisch und Deutsch. Die Moderation und Präsentation der deutschen Texte übernimmt Shelly Kupferberg. Das Projekt findet im Rahmen des bookfest digital in Kooperation mit der norwegischen Botschaft, der kanadischen Botschaft und unterstützt von NORLA (Norwegian Literature Abroad) statt.

Ab dem 12.10. unter 
CanadaFBM
Buchmesse

Norwegische Botschaft Facebook
Norwegische Botschaft Instagram

Ab dem 17.10 unter
Buchmesse

05.-15. Dezember 2019, Kampnagel

Unter dem Thema »Exploring Blankness« widmet sich das NORDWIND Festival
2019 der Frage, welche Konsequenzen und Potenziale die Vierte Feministische Welle für
die Geschichte und Praxis eines Feminismus in Europa hat, und versucht eine kritische ReLektüre der Bewegung der letzten Jahrzehnte. Die »Vierte Welle« des Feminismus
zeichnet sich dadurch aus, dass neben körperlichem und strukturellem Missbrauch auch
die Folgen kapitalistischer und kolonialer Machtstrukturen angeprangert werden. Zentral
ist die Erkenntnis, dass beispielsweise die Kategorie »Frau« nicht ausreicht, um die
Vielschichtigkeit von Unterdrückung zu erfassen und kritisch zu hinterfragen – wenn es
sich etwa um eine Frau of Color handelt, eine trans Frau oder eine Frau mit
Behinderungen. Als »inaccessible blankness« kann nach Gayatri Spivak die »Blindheit«
bezeichnet werden, die der westlich-koloniale Blick auf seine eigenen prekär-patriarchalen
und rassistischen Strukturen hat – auch innerhalb des westlichen Feminismus. Die
Künstlerinnen dieser Nordwind-Ausgabe setzen sich mit der Realität des Feminismus in
den Nordischen – aber auch anderen europäischen Ländern auseinander.
NORDWIND FESTIVAL 2019 wird gefördert im Rahmen des Bündnisses internationaler
Produktionshäuser von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Danish Arts
Foundation, Norwegian Embassy, Norwegfian Ministry of Foreign Affairs, Finnland-Institut in
Deutschland, Swedish Arts Council, Fonds Transfabrik, Behörde für Kultur und Medien Hamburg,
Goethe Institut und Frankfurter Stiftung: maeceniafür Frauen in Wissenschaft und Kunst.

Women in Battle // Rebellische Frauen
Mit der Reihe „Women in Battle // Rebellische Frauen“ schafft das Literaturhaus gemeinsam mit dem Nordwind Festival eine Plattform für aktuelle norwegische Autor*innen, die mit ihren Arbeiten von großer Relevanz für genderkritische Auseinandersetzungen in Deutschland sind.

Ankündigungstexte:
Women in Battle // Rebellische Frauen
Mit der Ansage „Women in Battle“ kapern die Gruppe fxtrouble, die in Berlin für ihre Plattform des VULVA Clubs bekannt sind, mit jungen norwegischen Autor*innen für einen Abend das Literaturhaus und verwandeln es in einen wahnwitzigen Ort frischer Genderkritik. Während Ingvild Lothe mit ihrer Lyrik das Bild junger Frauen zwischen Karriere, Sexualität, Tinderwahn und Einsamkeit befragt, unternimmt Marta Breen mit ihrem titelgebenden Grapic Novel einen hellsichtigen Zug durch die Geschichte des Feminismus. Sofia Srour und Nancy Herz stellen Teile ihres Buches „Schamlos“ vor, in dem die jungen Muslimas mit Scharfsinn und viel Humor deutlich machen, was es bedeutet als ‚Fremde‘ im norwegischen Wohlfahrtsstaat aufzuwachsen. Die Texte werden von zwei Schauspieler*innen des Theaters an der Parkaue gelesen und um ihre Sichtweisen ergänzt. Der Abend ist in englischer und deutscher Sprache.

Flügel in Flammen
UT. Ein Abend zu Dagny Juel mit Lars Brandt und Anne Tismer mit Bezug auf die Arbeiten von Dr. Barbara Fruth zur Bonobo-Gesellschaft Als selbstbestimmte Frau stellte die Schriftstellerin Dagny Juel mit ihrem Schreiben und mit ihrem provokanten Auftreten die bürgerlichen Konventionen des ausgehenden 19. Jahrhunderts infrage. Ihr progressives Leben führte sie von Norwegen über die Bohehme Berlins um Strindberg und Munch bis nach Tiflis, wo sie ermordet wurde. Die Performerin Anne Tismer greift die bisher nur wenig bekannten Texte Juels auf und rückt sie in einem Cross-Over von Wissenschaft und Fiktion in ein neuartiges Spannungsverhältnis. Dabei entwirft sie anhand der Forschungen zu den Bonobos von Dr. Barbara Fruth, Neurobiologin an der Liverpool John Moores University und Leiterin der Forschungsstation für Bonobos in Luikotale, eine zukünftige egalitäre bis matriarchale Gesellschaft, in der das Werk Juels von zentraler Bedeutung und ihr soziales Verhalten nicht zu ihrem gewaltsamen Tod geführt hätte. Im Gespräch mit dem Autor und Filmemacher Lars Brandt, der als Sohn von Rut und Willy Brandt eng mit Norwegen verbunden ist und der das Werk Juels erstmals übersetzte, erkundet Tismer die Aktualität von Dagny Juels Arbeiten und Wirken.

NORDWIND von 7.November 2017 bis 13.Januar 2018 in Berlin und auf Kampnagel in Hamburg, 8-16.
Dezember 2017 

‚Songs of a melting iceberg – Displaced without moving‘ findet vom 4. Dezember bis 18. Dezember auch auf Kampnagel in Hamburg statt. Mit Künstler*innen aus der arktischen Region und nordischen Ländern sowie vom afrikanischen Kontinent präsentiert NORDWIND in Kooperation mit Kampnagel ein interdisziplinäres Programm, das im Bereich des Tanzes, Performances und Bildender Kunst changiert. U. a. wird die norwegische nationale Tanzkompanie für zeitgenössischen Tanz Carte Blanche gemeinsam mit der marokkanischen Choreografin Bouchra Ouizguen ein Tanzstück entwickeln. Laurent Chétouane arbeitet in Kooperation mit dem schwedischen Tänzer Mikael Marklund und wirft einen zeitgenössischen Blick auf zentrale Fragen nach authentischer und autonomer Selbstverankerung in turbulenten Zeiten und der Spiegelung und Überprüfung des Eigenen im Anderen. Des Weiteren werden u.a. der südafrikanische Performer Athi-Patra Ruga und die kanadische Musikerin Tanya Tagaq eine gemeinsame Performance präsentieren. Tagaq ist Trägerin des Polar Prize 2015. Qudus Onikeku aus Nigeria und Arnbjörg María Danielsen aus Island gehen in ihrer gemeinsamen Arbeit einer neuen kämpferischen und offenen Form von Gemeinschaft nach. Der Tänzer und Choreograf Serge Aimé Coulibaly aus Burkina Faso setzt seine Kooperation mit Kampnagel fort und zeigt, nachdem er auf dem Internationalen Sommerfestival sein energetisches Tanzstück ‚Kalakuta Republik‘ präsentiert hat, im Rahmen von NORDWIND seine Arbeit ‚Nuit blanche à Ouagadougou‘. Wir freuen uns mit Ihnen auch in Hamburg auf Kampnagel einen inspirierenden und spannenden Festivalbesuch erleben zu dürfen.

NORDWIND im Theater der Nationen in Moskau, 13.-15. Oktober und 8.-10 Februar auf Kampnagel

Bereits 2015 hatte das Nordwind Festival seinen Themenschwerpunkt auf Russland gesetzt. Auch dieses Jahr wird die Zusammenarbeit fortgeführt: Unter dem Titel ‚Nowy Mir‘ – Neue Welt findet vom 13. bis 15. Oktober unter der kuratorischen Leitung von Jens Dietrich eine performative Gesprächsreihe statt, in der Künstler*innen und Aktivist*innen aus beiden Nationen zusammenkommen, um über festgefahrene Probleme des Planeten Erde von der imaginierten Perspektive einer Raumstation zu verhandeln. ‚Nowy Mir‘ – Neue Welt’ ist ein Theatersalon mit Band, Gästen, Einspielern und Stand-Up Kommentaren zu transnationalen Themen. Das Publikum ist eingeladen, jederzeit in die Diskussion einzugreifen. Für Moskau und Hamburg sind renommierte Theaterkünstler*innen in das Projekt einbezogen: In Hamburg ist dies der Theatermacher Manuel Muerte, der auf Kampnagel bereits die legendären Talkformate „Der schwebende Diwan“ und „The Talking Dead“ ins Leben rief. In Moskau ist einer der international wichtigsten Regisseure Konstantin Bogomolow der Gastgeber. Am 13. 10 diskutieren u.a. der russische Regisseur Boris Juchananow und der Publizist und Journalist Christoph Twickel über die Verknüpfung von Theater, Medien, Politik und Angst, am 14.10 wird über Wohlfahrtsinstitutionen als Institutionen der Macht verhandelt und am 15.10 sprechen Stefan Kaegi (Rimini Protokoll) und der Komponist Sergej Newski über den Markt der Konzepte, der den Wert und die Umsetzbarkeit von Ideen in der Kunst und der Ökonomie reguliert. Durch theatrale, spielerische Mittel soll ein anderer Diskursraum entworfen werden, in dem russisch-deutsche Themen abseits von Phrasen und einfachen Thesen in ihrer Komplexität untersucht werden können. Entertainment und Wissensproduktion sollen so durch performative Strategien verbunden werden zu einem Format, das ebenso aufregend wie aufklärerisch ist.

In Hamburg wird sich das Projekt vom 8.-10 Februar auf Kampnagel an drei Abenden fortsetzen.

A Madame Nielsen Evening

Ein Abend rund um die Ausnahmekünstler*in Madame Nielsen

Claus Beck Nielsen wird zu Helge Bille Nielsen wird zu Nielsen wird zu Madame Nielsen. Madame Nielsen. Ihre dauerhafte Identität Transgression, ihr spielerischer Umgang mit Geschlechterrollen und nicht zuzuordnender Selbst und Fremdwahrnehmung verstört und beeindruckt rein binär orientierte Zuschauer*innen und verwischt allzu eindeutige Orientierungsgrenzen . Dieser Ansatz macht Nielsen zu einer der kontroversesten faszinierendsten und vielfältigsten zeitgenössischen Künstler*innen und Autor*innen. Nielsen importierte die Demokratie in den Iran wurde begraben und lebte ohne Papiere auf den Strassen von Kopenhagen war Teil der berühmten Wooster Group um den Schauspieler William Dafoe hat ihre eigene Band „ The Nielsen Sisters“ und schrieb unter anderem 2013 den von Presse und Publikum enthusiastisch aufgenommen Roman „Der endlose Sommer.“Madame Nielsen ist Reumert Preisträgerin für die beste Dramaturgie und wurde dreimal für den grossen Literaturpreis der nordischen  inisterrates nominiert.

Einen Tag und eine Nacht verwandelt sich das Literaturhaus in ein Nielsen Universum mit Performances, Lesungen,Diskurs, Ausstellung, Installationen und einem late night Konzert der Nielsen Sisters.

16.11./17.11. 2018
Literaturhaus Berlin Fasanenstrasse 23 10791 Berlin
eingerichtet von: Ricarda Ciontos
deutsche Stimme: Sabin Tambrea
Moderation: Julia Encke

Technik: Sebastian Januszewski
Presse: Sabine Bündel und Ulla Dehning Agentur Zitronenfisch www.zitronenfisch.com

The Nielsen Sisters: Madame Nielsen, Sister Anja, Sailor Toldam
gefördert vom Danish Arts Council und der dänischen Botschaft ( aus den Mitteln des deutsch-dänischen Kulturjahres 2018-2020) eine Produktion von NORDWIND und dem Literaturhaus Berlin

“Die Erfahrung jenseits von klar definierten Geschlechterrollen zu leben und zu arbeiten
ist eine nachfolgende Erfahrung eines sich getrennt Fühlens, ein ausser der Welt Sein.
Aber dieses ergreifende Werk ist soviel mehr als das, es ist ein Requiem auf den Tod
unserer Träume, eine Hymne und dringlicher Appell unseren Glauben aufrechtzuerhalten
in der Ausübung unserer Existenz und dies auch jenseits des Moments, in dem noch alles
möglich war.“

Joseph Schreiber / NY Times 12.3.2018

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